Verabschiedung in den Ruhestand von Pfarrerin Reinhild Lüninghöner-Czylwik

Ein kleiner Rückblick                        von Pfarrerin i.R. Reinhild Lüninghöner-Czylwik

Nun bin ich also im Ruhestand. Schon den zweiten Tag! Bis auf meinen Dienstrechner ist auch im Amtszimmer schon alles aufgeräumt. Ein Teil der Bücher ist in Kartons verpackt und steht zur Abholung bereit, ein Teil ist aussortiert und im Bücherregal im Foyer des Gemeindezentrums gelandet oder entsorgt. Ein Rest steht noch in den Regalen – vielleicht kann ein/e andere/r davon noch etwas nutzen. Es ist schon ein sonderbares Gefühl, nach und nach noch einmal die unterschiedlichsten Dinge eines Arbeitslebens in die Hand zu nehmen, anzuschauen, zu entscheiden, ob das weg kann oder als Erinnerung noch aufbewahrt werden soll. Ich gehöre ja noch zur Papiergeneration und habe Gottesdienste, ausformulierte Bibelarbeiten, Trauungen, Beerdigungen, Unterrichtsentwürfe für die Konfirmanden usw. ordentlich abgeheftet. Fast alles davon ist im Altpapier gelandet. Nur ein paar Erinnerungsstücke habe ich aufgehoben, z.B. einige noch ganz handgeschriebene Gottesdienste auf, mittlerweile, vergilbtem Papier aus meinen ersten Berufsjahren und Gottesdienste zu besonderen Anlässen in unserer Gemeinde im Laufe der letzten 33 Jahre.

Natürlich kommen bei dieser Aufräumarbeit mit den Dokumenten auch viele Erinnerungen. Was ist da nicht alles gewesen? Die Sanierung der Säulen und des Innenraums der Gnadenkirche ganz zu Beginn, die Außensanierung des Turms zum Ende meiner Zeit hier. Renovierungen und Erneuerung des Altarraumbodens in der Friedenskirche und, gar nicht so lange danach, die Entscheidung, diese Kirche zu schließen und zu verkaufen; mittlerweile steht an ihrer Stelle ein neues Gebäude. Vor auch schon langer Zeit ist der Turm der Erlöserkirche saniert worden und hat sein heutiges Aussehen erhalten, unsere beiden Kindergärten sind renoviert bzw. erweitert worden. Um nur einige Dinge zu nennen, durch die sich das Gesicht unserer Gemeinde in Gestalt der Gebäude verändert hat.

Doch nicht nur die Gebäude haben sich verändert, auch viele Menschen habe ich kommen und gehen sehen in diesen Jahrzehnten. Pfarrer Dinklage ist aus dem Dienst ausgeschieden, und Michael Manz hat seinen Dienst an der Friedenskirche aufgenommen. Pfarrer Detlef Geldschläger, mit dem ich mir viele Jahre die Gnadenkirche und das Gemeindezentrum geteilt habe, ist in den Ruhestand gegangen. Der vierte Pfarrbezirk ist weggefallen, und die Bezirksgrenzen wurden neu gezogen. Dann ist Michael Manz nach Styrum gewechselt, und meine Kollegin Anja Strehlau (damals noch Collenberg) kam an die Friedenskirche, zunächst als Pfarrerin im Probedienst. Nicht lange danach, als Pfarrer Wolfgang Sickinger in Pension ging, wurde sie zur Pfarrerin unserer Gemeinde gewählt für den Bezirk um die Erlöserkirche. Auch da wurden die innergemeindlichen Bezirksgrenzen neu gezogen, weil wir da schon nur noch Gemeindeglieder für zwei Bezirke hatten. Die Gemeinde ist kleiner geworden, nicht nur bezirks- und pfarrermäßig, sondern auch was die Gemeindegliederzahl angeht. Und nun, wo ich gerade aus dem Dienst ausgeschieden bin, liegen wir nach der Seelenzahl knapp unter der Anforderung für zwei volle Pfarrstellen.

Auch in anderen Bereichen der Gemeindearbeit gab es immer wieder Veränderungen und neue Gesichter. Viele Jugendleiter*Innen habe ich kommen und gehen sehen, Kichenmusiker*Innen haben z. T., besonders an der Gnadenkirche, schnell gewechselt. Im Kindergarten Sternenzelt habe ich mittlerweile die vierte Leiterin in der Gemeinde begrüßt. Mal ganz abgesehen von Vikar*Innen, die früher immer mal wieder ihre zweite Ausbildungsphase bei uns absolviert haben.

Es sind auch Menschen gestorben, die durch ihre Arbeit das Gemeindeleben mitgeprägt hatten: langjährige Presbyterinnen und Presbyter, ehemalige Küster, Frauenhilfsleiterinnen, manch ein/e engagierte/r ehrenamtliche/r Mitarbeiter/in, der Kollege Dinklage, den ich noch im Amt hier erlebt habe und viele andere.

Und doch ging das Gemeindeleben weiter. Neue Menschen kamen dazu, brachten sich mit ihren Gaben, Fähigkeiten und Ideen ein, veränderten das Gesicht der Gemeinde und hielten es jung. Aus jedem Konfirmandenjahrgang blieben einige als Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit dabei, neue und auch jüngere Menschen wurden ins Presbyterium gewählt und brachten neue Impulse ein.

Was hat angefangen während meiner Zeit? Das regelmäßige Feiern von Kindergartengottesdiensten, erwachsen aus einem Projekt des Vikars, der hier in der Gemeinde tätig war, als ich dazukam. Ich habe das, was zunächst als einmaliges Projekt gedacht war, gerne aufgegriffen und weitergeführt. Gemeinsam mit Bernhard Kessels, der damals in St. Joseph tätig war, habe ich die ökumenischen Schulgottesdienste an der Grundschule ins Leben gerufen, die nach wie vor ökumenisch sechsmal im Jahr gefeiert werden. Einige Male gab es ökumenische Bibelwochen mit unserer katholischen Nachbargemeinde und ökumenische Gottesdienste. Im Jahr 2000 haben wir sogar einen ökumenischen Kirchentag in Heißen gefeiert mit vielen verschiedenen Veranstaltungen. Jetzt gibt es den ökumenischen Martinszug in der Heimaterde, den ökumenischen Kreuzweg und ökumenische Zusammenarbeit im Café International (das jetzt natürlich auch pausieren muss). Wir haben als Gemeinde angefangen, uns am Weihnachtsmarkt der Werbegemeinschaft zu beteiligen, zunächst mit einem Stand auf dem Marktplatz, vielen Mitarbeitenden und viel Spaß. Als dann im Jahr darauf ein starker Wind die Zelte beinahe vom Platz fegte, schlug unser damaliger Küster, Klaus Land, vor, unseren Stand doch einfach in die Kirche zu verlegen. Das war eine gute Idee. Seither findet unser Weihnachtsmarkt immer am ersten Advent in der Gnadenkirche statt, mit nicht nur einem, sondern bis zu zwanzig Ständen. Der Erlös dieses Tages ist immer für einen guten Zweck bestimmt. Viele Jahre lang fand im Frühjahr ein kleiner Frühlingsbasar im Gemeindezentrum statt, angebunden an den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Der ist dann abgelöst worden vom Büchermarkt im Herbst, den wir aus der Friedenskirche gerettet haben. Leider pausiert der gerade wegen pastoraler Unterbesetzung. Aber eine Pause muss ja nicht das Ende sein. Bücher gibt es bei uns trotzdem immer – in den Bücherregalen im Foyer des Gemeindezentrums an der Gnadenkirche, zum Ausleihen und Wiederbringen oder Mitnehmen gegen eine kleine Spende. Und wenn die Corona-Beschränkungen weiter gelockert werden und wir das Haus wieder öffnen dürfen, ist, wie vorher, jede/r zum Stöbern willkommen. Seit, ich weiß gar nicht mehr, wie vielen Jahren gibt es einmal in der Woche die Offene Kirche. Nur zwei Stunden am Markttag, aber gerne und gut besucht. Die ist auch jetzt wieder offen, wenn auch ohne Kaffee, aber mit schöner Musik von unserem Kantor Oliver Lindner-Strehlau. Eine Reihe von Kunstausstellungen habe ich in der Gnadenkirche organisiert, angefangen mit einer Ausstellung mit Bildern des Mülheimer Künstlers Alfred Dade. Das war nicht immer ganz einfach und auch nicht regelmäßig, weil es damals noch keinen Etat für Kunst und Kultur in unserem Haushalt gab, ich also immer Künstler/innen finden musste, die bereit waren, ohne Bezahlung auszustellen. Zwei bleibende Erinnerungen daran finden sich in der Gnadenkirche: eine Dauerleihgabe des, mittlerweile verstorbenen, Künstlers Hermann-Josef Keyenburg an der Wand links vom Altarraum und das Altarbild von Edith E. Stefelmanns. Die letzte Ausstellung fand anlässlich des Reformationsjubiläums statt mit Bannern von Wilfried Diesterheft-Brehme zum Motto „Ich bin - vergnügt, erlöst, befreit“ – diesmal auch mit einem Honorar für den Künstler.

So, jetzt ist dieser Artikel schon viel zu lang geworden, und ich bin noch nicht fertig und werde sicher am Ende doch noch viel ausgelassen haben. Denn es gab in diesen Jahren so viel. Die ganz normale pastorale Arbeit mit Schönem und Frohem und Traurigem – Taufen, Trauungen, Beerdigungen. So viele Gespräche mit Menschen aus der Gemeinde, viele sehr ernsthaft, andere auch unbeschwert. Da waren die verschiedenen Gruppen, bei denen ich, mal regelmäßig, mal sporadisch mit dabei war, mit einem Programm, einer Andacht, einer Bibelarbeit… Es gab so viele Gottesdienste, die wir gemeinsam gefeiert haben, viele normal und vertraut, andere von experimentell bis abenteuerlich. Und es gab immer die zuverlässigen und ideenreichen Menschen, die mitgearbeitet haben, bei der Vorbereitung besonderer Gottesdienste, bei Events wie Ständen auf dem Pfingstfest des Kirchenkreises oder dem Stillleben A40 und, nicht zuletzt, bei unseren Gemeindefesten, Weihnachtsmärkten, Basaren… Das war einfach toll! Vielen Dank an Euch und Sie alle! Und ich hoffe, Ihr macht weiter, bringt Euch ein, packt an. Damit unsere Gemeinde offen bleibt für alle, die kommen möchten und es in der Gnadenkirche und im Gemeindezentrum wieder summt und brummt, wie vor der Corona-Schließung – mit Angeboten und Gruppen für die Kleinsten in den Krabbelgruppen bis zu den Senioren im Frühstückscafé, mit Chorproben und Musik, mit den Menschen der Presbyterian Church of Camerun und ihren bewegten Gottesdiensten, mit den altersmäßig und herkunftsmäßig bunt gemischten Besuchern des Café International, mit schönen Gottesdiensten und bunten Festen. Und mit einer Tür, die offen ist und einer Tasse Kaffee für jeden, der reinschaut.

Aber das werde ich ja, hoffentlich noch viele Jahre, miterleben, aus einer anderen Perspektive. Vielleicht als „Verkäuferin“ hinter der Kuchentheke beim Weihnachtsmarkt oder am Bierstand beim Gemeindefest…

Der Einstand in den Ruhestand ist mir ja durch ein weises Geschenk, das ich am 24. Mai feierlich überreicht bekommen habe, leicht gemacht worden: Ein Kochbuch, zu dem viele von Ihnen und Euch leckere Rezepte beigetragen haben. Da habe ich jetzt erst mal gut zu tun mit Einkaufen und Kochen und lecker Essen! Den Salat mit den Belugalinsen habe ich schon probiert und den schnellen Nudelsalat (Ina und Tobi, Lutz – superlecker). Da bleibe ich jetzt erstmal dran und gebe dann den Rezeptspendern zeitnah Rückmeldung.

Reinhild Lüninghöner-Czylwik, Pfarrerin in Ruhe

Verabschiedung im Kirchenkreis

33 Jahre auf kreativen Wegen                                von Pressereferentin Annika Lante

In 33 Jahren hat sich einiges verändert in Heißen und vieles davon hat Reinhilde Lüninghöner-Czylwik als Pfarrerin an der Gnadenkirche miterlebt, manches mitgestaltet. 1987 kam sie nach dem Vikariat in Remscheid und Hilfsdienst in Duisburg-Marxloh nach Mülheim, nun geht sie zum Ende des Monats in den Ruhestand. „Man fühlt sich ein bisschen aus der Zeit gefallen“, meint die Theologin mit Blick auf die besonderen Umstände unter Corona. Eigentlich war ein Abschiedsgottesdienst in der Gnadenkirche geplant, natürlich mit einer Feierstunde danach. Dann kam alles anders und Pfarrerin Lüninghöner-Czylwik findet im nun ruhigen Gemeindehaus Zeit, zurückzublicken.

 

„Als ich 1987 nach Heißen kam, wohnten in der Mausegattsiedlung noch viele ehemalige Bergleute und Arbeiterfamilien rund um die Friedenskirche. Heißen-Mitte war eher geprägt von alteingesessenen Bauern und Kaufleuten; die Krupp-Siedlung „Heimaterde“ hatte noch einmal einen ganz eigenen Charakter. Dann wurden die Siedlungshäuser verkauft, in Neubaugebieten kamen, vor allem in den letzten Jahren, Akademikerfamilien dazu. So hat sich die Struktur und das Gesicht des Stadtteils verändert“, blickt Reinhilde Lüninghöner-Czylwik auf die sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zurück. Auch in der Gemeinde gab es Veränderungen: Pfarrbezirke wurden zusammengelegt, die Friedenskirche am Humboldthain musste aufgegeben werden. Die Kirchengemeinde und auch die Gnadenkirche am Heißener Markt feierten ihr 125-jähriges Bestehen.

„Ihre“ Gnadenkirche mag die Pfarrerin besonders gern. „Es ist eine schöne Kirche, die mir immer am Herzen gelegen hat“, sagt sie. „Man sieht viel Weiß und auch Hellblau im Innenraum. Wenn man nach oben schaut an die Kassettendecke, ist das fast wie ein Blick in den Himmel“. In den Gottesdiensten hat Pfarrerin Lüninghöner-Czylwik immer gerne Neues ausprobiert, etwa die Predigt im Dialog mit der Gemeinde gehalten oder Kinder von Tauffamilien mit eigenen Beiträgen in die Feier einbezogen. „Auch die Tauferinnerungsgottesdienste haben wir in Heißen begonnen“, erinnert sie sich „alle unter Sechsjährigen wurden eingeladen, das waren eine Menge Briefe.“ Ein anderer Moment, der in Erinnerung bleibt: „Für ein Gemeindefest haben wir den Kirchraum zu einem Schiff umgebaut, alle Bänke versetzt und in der Mitte sogar
ein Segel gehisst.“ Gemeinsame Glaubensfeste gab und gibt es auch zusammen mit den katholischen Nachbarn von St. Joseph. „Wir erleben hier in Heißen eine große Offenheit für die Ökumene“, freut sich Pfarrerin Lüninghöner-Czylwik.

 

Weil ihr das Thema Gottesdienste am Herzen lag, machte sie eine Ausbildung zum Gottesdienst-Coach. „So haben Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, dass einmal jemand anderes draufschaut“, erklärt die Theologin. Aktuell begleitet sie einen Prädikanten aus der Gemeinde in seiner Ausbildung im ehrenamtlichen Predigtdienst.

 

„Wenn man Pfarrerin ist, hat man einen Beruf, in dem man kreativ sein muss“, sagt Reinhilde Lüninghöner-Czylwik im Rückblick. „Das hat mir immer Freude gemacht“. Pfarrerin Lüninghöner-Czylwik holte auch andere Kreative in die Kirche. Regelmäßig stellten Künstlerinnen und Künstler in der Gnadenkirche aus, den Anfang machte der Mülheimer Maler Alfred Dade, andere folgten nach. Auch das dreigeteilte Altarbild, das man heute in der Kirche findet, war zuerst ein Exponat bei einer Ausstellung in der Kirche. Mit Heißener Gemeindemitgliedern stellte die Pfarrerin auch selber Kunst-Stücke her. „Ich mag die Steinbildhauerei, es ist einfach toll, körperlich aktiv zu sein und etwas zu schaffen, was dann, meistens jedenfalls, auch ganz schön anzuschauen ist. Mit einer Gruppe aus der Gemeinde zeigte sie eigene Arbeiten bei einer Veranstaltung zum Themenjahr „Bild und Bibel“ im Vorfeld des Reformationsjubiläums.

 

Auf mehr Zeit zum Kreativsein freut sich die Bald-Ruheständlerin nun. Nicht nur für die Bildhauerei, sondern auch, um meditative Texte zu schreiben, „dafür braucht man Ruhe, die der Alltag mir bisher so nicht bietet“. Mit Kirche und Gemeinde bleibt sie weiterhin in Kontakt: „Wenn es mal Not im Predigtplan gibt, helfe ich gerne aus, auch den Draht zu meinem Gesprächskreis in der Gemeinde werde ich halten. Sobald man wieder zu Weihnachtsbasaren einladen kann, trifft man mich im Advent wieder in der Gnadenkirche. Vielleicht kann ich mich auch ehrenamtlich in der Ladenkirche engagieren.“
Eine Neubesetzung der Pfarrstelle schreibt die Evangelische Kirchengemeinde Heißen nun in Kooperation mit der Lukaskirchengemeinde aus.


(Annika Lante)

Grußwort des Presbyteriums

33 Jahre geerdet und kreativ in der Ev. Kirchengemeinde Heißen

Liebe Reinhild,
33 Jahre hast Du in der Ev. Kirchengemeinde Heißen gewirkt. Du hast Dich mit viel Engagement, mit Liebe und Fingerspitzengefühl um den Pfarrbezirk der Gnadenkirche und um die Anliegen der gesamten Gemeinde gekümmert. In Deiner ersten Predigt in der Gnadenkirche hast Du über das Wunschbild vom „perfekten Pfarrer“ gesprochen und festgestellt, dass es den in der Realität nicht gibt. Du hast Recht. Wir Pfarrer*Innen sind nicht perfekt. Aber es gibt viele Dinge, die Deine Gemeinde an Dir als Mensch und Pfarrerin in all den Jahren geschätzt hat:
Die Klarheit, mit der Du komplizierte Dinge auf den Punkt bringen kannst. Deine Begabung, Situationen schnell richtig einzuschätzen und klug zu handeln. Deine Liebe zur Liturgie und zum Gottesdienst, die Du als Gottesdienst-Coach an andere weitergegeben hast.
Dein Gespür für Schönheit und Deine Kreativität, die wir aus Deinen Gottesdiensten und aus der Gestaltung des Gemeindebriefes kennen und weiter in der Gnadenkirche wahrnehmen, wenn wir das von Dir mitgestaltete Lesepult und Taufbecken nutzen.
Du hast Dich immer gefreut, wenn das Gemeindehaus voller Menschen war, wenn gemeinsam gefeiert, gekocht und gegessen, gesungen und die Gemeinschaft in der Gemeinde gelebt wurde. Und dabei war es ganz gleich, wer in das Gemeindehaus der Gnadenkirche kam: Du hast jeden willkommen geheißen und warst in Deinem Dienst immer offen für die vielen unterschiedlichen Arten, wie Menschen leben und glauben.
In unserer Gemeinde hast du viele Veränderungen miterlebt und mitgetragen, hast Dich immer wieder auf neue Kolleg*innen und neue Anfänge eingelassen. Vor schwierigen Entscheidungen bist Du dabei nicht zurückgeschreckt. Deine Arbeit in der Gemeinde war gut geerdet durch den großen Erfahrungsschatz, den Du im Laufe der Jahre gesammelt hast.
Für all das sagen wir herzlich: Danke!

In diesen 33 Jahren Deines Dienstes in unserer Kirchengemeinde hast Du unzählige Kinder getauft, Feste organisiert, Gemeindebriefe geschrieben, Menschen besucht, Trauernde begleitet, Sitzungen geleitet, Gottesdienste gefeiert, Lieder gesungen, Waffeln gebacken, Gemeindekonzeptionen geschrieben, Entscheidungen getroffen, Liedblätter kopiert, Konfis unterrichtet und eine Millionen andere Dinge getan, die das Pfarramt mit sich bringt. Jetzt verabschieden wir Dich in den Ruhestand. Es wird ganz anders sein in dieser Gemeinde ohne Dich. Und für Dich wird es ganz anders sein ohne die Gemeinde. Im Psalm 33 heißt es: „Du, Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Raum, den Du, liebe Reinhild, jetzt neu entdecken und füllen kannst. Mit Dingen, die Du gerne tust: Lesen, Reisen, Kochen, Gartenarbeit, Bildhauerei, Zusammensein mit Deiner Familie. Wir wünschen Dir, dass Du diese Zeit genießt, sie nutzt und mit schönen, erfüllenden Dingen füllst.
Bei all dem, was vor Dir liegt, wünschen wir Dir Gottes Segen!

 

Anja Strehlau
für das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Heißen

 

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